Ich kann mich tatsächlich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal so richtig bis zum Schluss geblieben bin. Ich meine so bis zum bitteren Ende, einer der letzten verzweifelten, armseligen nach Zigaretten, Schweiß und Alkohol stinkenden Überreste einer gigantösen Feierei. Eben genau bis zu jenem Zeitpunkt, an dem der eben noch tobende Laden in eine so trostlose und widerliche Helligkeit getaucht wird. Plötzlich sehen die hotten Gurlz gar nicht mehr so hot aus. Das merkt jetzt auch der Typ, der die blonde da gerade begrabbelt.
Ich sitze hier hinten in meiner Sofaecke, rauche illegalerweise eine Zigarette. Der klebrige Tisch dient als Fußablage. Rechts unterhält sich der Blumentopfmann (der von Silvester, man erinnert sich) mit irgend einem Typen. Der Platz links neben mir ist frei, wird aber alle 10 Minuten von neuen armseligen Vollidioten besetzt die meine Einsamkeit als verzweifelten "fickmich"-ruf deuten.
Meine Übernachtungsmöglichkeit will und will einfach nicht nach Hause gehen. Ich kann nicht mehr, meine Beine tun mir weh von der ganzen Tanzerei, meine Lunge brennt von der ganzen Raucherei, mein Magen rumort von der ganzen Sauferei, meine Haare sehen überdurchschnittlich scheisse aus von der ganzen Kopfnickerei. Also tue ich das, was ich am besten kann und so wenig Anstrengung wie möglich bedarf: Ich beobachte das geschehen, mach mir geistig ein paar Notizen, damit ich es später, wenn ich das hier niederschreibe, auch nichts vergesse. Natürlich habe ich alles vergessen.
Es ist jetzt ca. sieben. Nachdem nun auch die Musik aus ist, besteht selbst für meine feierwütige Begleitung kein Grund mehr hier zu bleiben. "HIER SSSIN ÜBERHAUBD GEINE HEISN WEIBER MEHR!" Jajajaaaa.
Eine Stunde später, nach einer Rauferei auf der Straße, einen "wer-kann-wen-länger-tragen-contest", 6 Chickenwings, einen Whopper, einen Veggie-Whopper und über hundert Stufen aufwärts in den 5. Stock später liege ich endlich ein einem Bett. Der Mitbewohner ist nicht da, ich darf sein Zimmer besetzen, hehehe.
Das war der erste Sonnenaufgang dieses Jahres. Auch wenn ich ihn in meiner Trunkenheit wahrscheinlich nicht ganz so zu würdigen wusste, ich glaub er war schon ziemlich gut. Genau so wie der Abend, der war eigentlich auch ziemlich gut. Abschalten können ist so eine Sache, die ich eigentlich gar nicht drauf habe.
Die bösen Geister kommen spätestens mit der Ausnüchterung. Oder vor dem alleine einschlafen. Oder beim Aufwachen.
Oder jetzt.
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Ein paar Stunden vorher:
Tanja hat sich mal wieder bereit erklärt für mich zu modeln. Musste noch ein Bild zum Thema "Wetter" machen, und diesen Schneeprinzessinen-Kram wollte ich sowieso schon immer mal machen. Gott sei Dank ist Tanja ein Landkind mit Leib und See, kennt sich also im tiefsten Walde immernoch aus. Einen neuen Freund haben wir auch gefunden:

Frage mich, was der Fratz zu dieser Jahreszeit an der frischen Luft sucht.

Das Resultat:

Die Mütze ist vom H&M.
Die Bilder bitte unbedingt ANKLICKEN.Übrigens: Ich habe (auf Wunsch) meine FAQ-Seite noch ein bisschen erweitert - da steht nun auch was ich so an
Fotozeug besitze:
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