Als Pinocchio und sein neuer rothaariger Freund auf der Vergnügungsinsel ankommen werden sie von lautem Geschrei, einer Meute aus betrunkenen Vollidioten und allerlei Möglichkeiten sich das Leben zu versüßen begrüßt. Sie wandern durch die Gassen der Freudeninsel, an jeder Ecke wird gesoffen, geraucht, sich geprügelt und eben all das gemacht, was die Jugend sich erträumt. Es gibt keine Regeln, nicht hier. Leuchtreklame lädt zum Feiern ein, zu essen gibt es fettigen Burgerkram, Zigarren werden in die Menge geschmissen, man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Jedes Mal, wenn ich mich doch mal wieder überreden lasse zu einem abfuck Abend in der Kulturfabrik München fühle ich mich wie Pinocchio. Sogar ein eigenes Ortseingangsschild gibt es mittlerweile. Von allen Seiten wird man beschallt von Rhianna und Co, ein schlechter Club reiht sich an den Nächsten, es wird gebrüllt, gesungen, getorkelt und geprügelt. Döner gibt's an jeder Ecke, Münchens kleine Partystadt leuchtet nachts weit in den Himmel hinauf. Tabakstraße, Prügelzelt und Demolierhaus gibt es zwar nicht, dafür aber willige leicht bekleidete Mädels in rauen Mengen.
Aber ich möchte mich nicht beschweren. Egal wie hoch den Assianteil und der Beschissenheitsfaktor doch ist, kann man einen wirklich amüsanten Abend erleben. Man muss die Meute nur an sich ranlassen und mitmachen.
Gestern Nacht ist eben genau das passiert. Man lässt sich mit ins Willenlos schleifen, um einfach mal wieder ein bisschen die Sau zu schlechter Chartmusik rauszulassen und widerliche 4 EUR Cocktails aus dem Automaten zu schlürfen. So oder so ähnlich jedenfalls hatte ich mir das vorgestellt.
Heute Morgen aber, als ich den Abend noch einmal Revuepassieren ließ, musste ich tatsächlich zugeben, dass ich wohl schon lange nicht mehr so viel Spaß hatte.
Meine kurze Tanzeinlage mit einem Hiphopper der seine Rolle irgendwie ein bisschen ZU ernst genommen hat endete mit zwei auf mich gerichteten Mittelfingern und der Aussage, dass er "viel lieber nach Afghanistan" gehe, als sich "die deutschen Mädels reinziehen zu müssen". Thomas aus Südafrika spricht perfekt deutsch, wollte aber Par tout nur englisch mit mir reden. Auf meinem Arm ist mit einem Schwarzlicht-Edding ein großes Herz gezeichnet, in welches liebevoll "Mutti" hineingeschrieben wurde. Selbigen Stift habe ich ebenfalls verwendet, um meine Mitmenschen zu verzieren. Ich habe ein Video auf meinem Handy, das einen ahnungslosen Jüngling beim oralen Liebesspiel mit einem Transvestiten zeigt. Mit der besten "Freundin" dieses "Weibleins" habe ich bestimmt eine Stunde über Gott und die Welt gequatscht, Handynummern und Visitenkarten ausgetauscht sowie Unmengen an Getränken spendiert bekommen.
Meine Mundwinkel sind immer noch krampfig und schmerzhaft von all der Lacherei. Mit den richtigen Leuten um sich herum ist doch sowieso alles besser.
Außerdem habe ich mich nicht in einen Esel verwandelt.
______________________
Übrigens: Ich hab jetzt auch sone olle Facebookseite..
_________________
Die Uni hat wieder angefangen. Be 'eyein this with pleasure.


Schuhe ausm Billigladen unterm Marienplatz // H&M Bluse // H&M Tasche