(edit: natürlich gibt es immer jemanden, den man gern hat in so einem haufen!
und nein, es geht hier NICHT um die schulzeit.)
es gibt dinge, die unglaublich schwierig sind auszusprechen. wenn die welt um dich herum erwartet großartiges zu leisten, weil man ja so ein glück mit dem hat, was man bekommt. weil nach außen hin niemand verstehen kann, welch fieser schwarzer schatten eigentlich über dem glorreichen schein liegt.
aber heute, als ich mal wieder mit meiner mitbewohnerin In der WG Küche rumlungerte, habe ich mich dazu entschlossen den ganzen blödsinn endlich mal sacken zu lassen - und es auszugsprechen.
mein zwanghaftes bedürfnis nach harmonie hat mir ein ganzes jahr meines jungen lebens versaut. ich habe ca. 10 Monate damit verbracht, menschen die absolut nichts für mich übrig hatten davon zu überzeugen, mich zu mögen. ich bin daran verzweifelt, ja fast zu grunde gegangen. jedem alles recht zu machen ist leider schier unmöglich, aber sowas bemerke ich immer erst wenn es zu spät ist.
ich erinnere mich an die tägliche busfahrt und das krampfige gefühl im magen. mein körper hat alles versucht, um mir den tag zu versauen. mir wurde schlecht bei dem gedanken, dass ich erst viele stunden später heim kommen könnte. meine hände ballten sich zu fäusten, mein herzschlag gleichte einer doublebase. ich hatte das gefühl, ich könne die missgunst mir gegenüber riechen, sobald ich den raum gefüllt mit menschen betrat. manchmal blieb ich minutenlang eingefroren an einer einzigen stelle stehen, nur um die zeit zu vertreiben, nur um nicht vor die tür gehen zu müssen wo all die anderen stehen.
und trotzdem konnte ich es nicht vermeiden. irgendwann, nach vielen monaten saß ich doch an diesem ewig langen gottverdammten holztisch, ganz rechts am rand, wie ein häufchen elend. vor mir authorität, recht von mir autorität, links von mir jemand der eher ein angstgefühl als respekt in mir auslöste. klären sollte man das ganze, weil da "ja offensichtlich was in der luft liegt". ich glaube, ein glucksen war alles was an diesem tag von mir zu hören war. all die anderen worte die mir auf der zunge lagen wurden verschluckt von einem wasserfall und hysterischem gehickse. so geweint hatte ich nicht mehr seit der 4. klasse.
irgendwann, schon ganz am ende dieses jahres wurde ich gefragt, ob ich eine essstörung habe. von einer person, die vorher normalerweise keinen her um ihre abneigung mir gegenüber machte. sie erkundigte sich sowieso nur aus reiner neugier. kann man ja mal fragen. nicht, dass es irgendwie relevant wäre, wäre es denn so gewesen. natürlich bin ich nicht auf die toilette gegangen um zu brechen. ich wollte eben nur weg von diesem tisch, mit all diesen menschen, die jedes deiner worte auf die goldwaage legen und generell immer einen gemurmelten blöden spruch hinterher schubsen müssen.
ich war keine gute mitarbeiterin. ich war lustlos, unmotiviert, uninteressiert. meine taten waren nie genug, meine fragen irrelevant und so bescheuert, dass sie einer beantwortung meist gar nicht bedürfen.
wie, du weißt das nicht? irgendwann hat man eben keine lust mehr auf fragen stellen, wenn man vorher erst einmal wieder als hirnloser teenager hingestellt wird.
ein paar monate später, als ich all das bereits hinter mir gelassen hatte, schrieb ich eine nette e-mail und erkundigte mich, was es denn so neues gibt, wie es so geht, erzählte von mir, erzählte von meinem studium.
ich habe nie eine antwort bekommen.
der schwache außenseiter ist eine rolle, die ich vorher niemals kannte und sie hoffentlich auch nie wieder kennenlerne. der ausdruck sich klein zu fühlen bekommt hier eine ganz neue bedeutung.
trotzdem, und das hat man mir heute klar gemacht, kann ich an solchen erfahrungen nur wachsen.
darüber zu sprechen oder es gar öffentlich zu machen ist meine entscheidung,
meine ganz allein.
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wie einmal gibt es hier einen harten schnitt in meinem blogpost. bei diejenigen, die meine texte zu schätzen wissen entschuldige ich mich hiermit dafür.
ich hatte heute keine lust auf standart ich-stell-mich-in-mein-zimmer oder geh-raus-ins-grüne outfitbilder. also hab ich die conny gebeten, mit mir vor die tür zu gehen mit meiner softbox. die nachbarn haben da geguckt, sag ich euch ;)

cardigan: american apparel; schuhe: OSCO (wieder der billigladen unterm marienplatz); strumpfhose, tasche: H&M; kleid: forever21ein bisschen blöde dastehen muss ja auchma sein. high five on that